Um den IST-Zustand zu bestimmen und die zukünftige Strategie für den Betrieb von Diana Marklewitz festzulegen, führten top agrar und die Jäger eine SWOT-Analyse durch. Hierbei werden derzeitige Stärken (strengths) und Schwächen (weaknesses) sowie zukünftige Chancen (opportunities) und Risiken (threats) des Hofs genau betrachtet. Aus den Erkenntnissen ließen sich konkrete Ziele für den Familienbetrieb ableiten, die es zukünftig mithilfe eines maßgeschneiderten Kommunikationskonzeptes zu erreichen gilt.

Stärken.

Bei unserem Besuch lernten wir Diana Marklewitz als „Machertyp“ kennen. Sie ist eine authentische, dynamische Betriebsleiterin, die ihre Zukunftsvisionen engagiert und zielstrebig vorantreibt. Auch ihren Unternehmergeist nahmen wir als sehr positiv wahr, er ist wichtig für Verhandlungen mit Abnehmern. Diana Marklewitz ist gut im Dorf integriert, nimmt die Bedenken der Bevölkerung gegenüber der Schweinehaltung ernst und reflektiert dabei selbstkritisch. Durch die Auslagerung des neuen Stalls kommt es im Dorf zu keinerlei Geruchsbelästigungen. Und nicht nur ihre Mitbürger liegen der Landwirtin am Herzen: Auch das Wohlergehen der Tiere ist ihr ein Anliegen. Der Hof von Diana Marklewitz profitiert zudem vom starken familiären Rückhalt, ist optisch ansprechend und gepflegt.

Schwächen.

Die „Macher“-Art von Diana Marklewitz kann sich negativ auswirken, wenn sie ihre Vorhaben mit zu großer Selbstsicherheit angeht. In Bezug auf die Vermarktung des artgerechten Schweinefleischs der Landwirtin gibt es zwei Herausforderungen zu bewältigen: Einerseits ist die Schweinehaltung nach Tierwohl-Prinzip in der Gesellschaft kaum bekannt, was das Vorhaben der Landwirtin bremsen könnte. Andererseits liegt der Betrieb eine Stunde Autofahrt entfernt von Hamburg und Lübeck, wodurch sich eine Direktvermarktung der Produkte schwierig gestaltet.

Chancen.

Da das Bewusstsein für artgerechte Tierhaltung in der Bevölkerung stetig wächst, kann sich Diana Marklewitz mit ihren Tierwohl-Schweinen in der preislichen Nische zwischen konventionellem und Bio-Schweinefleisch positionieren. Somit bietet sie Verbrauchern eine tierfreundliche Alternative, die deutlich günstiger ist als hochpreisige Bio-Produkte. In diesem Zuge hat Diana Marklewitz die Möglichkeit, ein eigenes Qualitätssiegel für ihren Hof zu etablieren. Durch den neuen Stall mit Auslaufbereich kann sie zudem Bewusstsein für die Tierwohl-Haltung schaffen: Passanten können die Schweine im Auslauf sehen und sich von deren Wohlergehen überzeugen. Dies gilt auch für die vielen Touristen, deren Fahrradtouren im Sommer direkt am Hof der Familie Marklewitz vorbeiführen.

Risiken.

Tierwohl-Fleisch ist im Gegensatz zu Bio-Produkten in der Gesellschaft eher unbekannt. Da zusätzlich wenig Bewusstsein für die Preisnische zwischen Tierwohl und Bio herrscht, besteht das Risiko, keine Abnehmer für die Produkte von Diana Marklewitz zu finden. Die Tierwohl-Haltung wird in der Gesellschaft zudem kaum honoriert oder akzeptiert, da viele Mitbürger das Vorhaben von Diana Marklewitz als nicht tierfreundlich genug empfinden. Ein Tenor hierzu lautet: „Ihr Stall ist nur ein Alibistall für mehr Tierwohl, weil die Schweine weiterhin auf Spalten liegen müssen.“

Ziele.

Aus der Analyse des Betriebs konnten top agrar und die Jäger anschließend vier konkrete Ziele ableiten, auf die das Kommunikationskonzept zukünftig einzahlen soll. Zunächst sollte sich Diana Marklewitz auf die Akquise von Abnehmern fokussieren, die die gleiche Überzeugung leben. Um ein nachhaltiges Bewusstsein für die Tierwohl-Haltung zu schaffen, müssen dessen Besonderheiten stärker an Endverbraucher kommuniziert werden. So kann Diana Marklewitz zeigen, dass Landwirte heute bereit sind, umzudenken. Die Gesellschaft muss sehen, dass auch aus konventionellen Mastställen mit Spaltenboden und Zwangslüftung eine tierfreundliche Alternative geschaffen werden kann. Übergeordnetes Ziel für die Landwirtin ist es, Gewissheit für die Zukunft zu haben und dabei anderen Landwirten als Vorbild zu dienen.

 

Sie wollen doch sicher auch das volle Potenzial Ihres Betriebs ausschöpfen? Dann führen auch Sie Ihre eigene SWOT-Analyse durch. top agrar und die Jäger haben eine Vorlage für Sie erstellt, mit der Sie ganz einfach Ihre Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken analysieren können.

Der neue Schweinemaststall entsteht.

Erleben Sie jetzt jeden Monat neu die Fortschritte beim Bau des neuen Schweinemaststalls nach Tierwohl-Richtlinien der Familie Marklewitz. Hier geht es zu Bildergalerie.